Eine etwas andere Meisterschaft; größer, spektakulärer…

Zum einen schon wegen der Destination: Kasachstan! Keiner von uns wusste so wirklich was von diesem Land zu erwarten war. Mittelasien, relativ weit weg, aber genau das machte dann irgendwie den Reiz aus. Und so, teils aus Abenteuerlust, teils aus Wettkampfgeist, hatten wir uns drei, ich (Olivia), Johannes und David noch kurzfristig angemeldet. Der Rest ging schnell, Tickets gebucht, Hotels reserviert und ein Paar YouTube Videos über das Land geschaut.

Nach einer relativ langen Anreise über die Hauptstatt Astana, kamen wir dann am Vormittag im Aktobe Flughafen an. Und da begann die unglaubliche Gastfreundschaft des Landes/Veranstalters. Neben einem meterhohen Papp-Kettlebell standen die kasachischen freiwilligen Helfer, um die Athleten aus einzelnen Ländern zu empfangen. Wir und unsere Begleiter wurden zum Hotel chauffiert, die Nummern wurden ausgetauscht und ab sofort standen wir im ständigen Kontakt.

Der erste Abend wurde zur Umgebungserkundung genutzt. Und so, nachdem wir den Veranstaltungsort und einen lokalen Markt begutachtet hatten, stand die Landesküche auf dem Program. Voll mit Fleisch-, Teig- und eingelegten Gemüsespezialitäten wurde uns klar, dass wir in Kasachstan nicht verhungern werden. Essen gut alles gut.

Am nächsten Tag füllte sich der Sportpalast allmählich, die Registrierung und das Wiegen standen an. Ich und Johannes starteten unter den Amateuren (Frauen Snatch mit 16kg und Männer Langer Zyklus mit 2x24kg), David hatte seinen zweiten internationalen Auftritt unter den Profis (Männer Biathlon mit 2x32kg). Alles sah danach aus, dass dieser Wettkampf alle bisherigen Superlativen brechen wird!

Am 27. Oktober war es dann soweit. Der Lange Zyklus der Amateur Männer und Snatch der Amateur Frauen fand noch vor der Eröffnungszeremonie statt, und so war Johannes als erster von uns an der Reihe. Durch einen großen leuchtenden „Kettlebell“-Tunnel wurden die Atheten zu den Platformen ausgeführt! Und gleich gab es eine grandiose „Eröffnung“ für das deutsche Team! Mit 84 reps wurde Johannes erster und somit Weltmeister in der Gewichtsklasse bis 95kg! Mein Flight folgte ungefähr 1.5h später, als allerletzter unter den Frauen (Gewichtskategorie +68kg). Es war mit 210 reps eine gute Leistung für den Tag und brachte mir die Bronze Medaille ein! Nach den Siegerehrungen wurde dann der Wettkamp offiziell eröffnet.

Zuerst fand eine Fahnenparade von allen offiziell teilnehmenden Ländern statt und danach gab es traditionelle Tänze und Gesang, die die Geschichte Kasachstans repräsentiert hatten. Eine grandiose Vorstellung, die in Kleinformat an die Eröffnung der olympischen Spiele erinnert hatte. Wir, als Athleten, hatten uns auf jeden Fall toll gefühlt. Die vollen Tribünen war auch etwas was ich persönlich zum ersten mal erlebt hatte. Anscheinend wurde es in der Stadt heftig für die Veranstaltung geworben.

Nach dem Ende der Eröffnungszeremonie ging der Wettkampf weiter und uns wurden noch spannende Kämpfe unter den Profis im Langen Zyklus geboten. Am 28. Oktober stand Biathlon auf dem Program. Am Nachmittag, nachdem die Amateure durch waren, kamen die Profis dran und unter ihnen David in der Gewichtsklasse unter 95kg mit einer starken Vorstellung von 73 Jerks und 99 Snatches.

Der Tag war aber noch nicht gelaufen. Athleten von teilnehmenden Ländern wurden zu einem Banquett eingeladen.  Wir wurden in ein traditionelles Restaurant gebracht, wo es, begleitet von landestypischen Spezialitäten aus Pferdefleisch und viel Vodka,  ein kulturelles Program mit Gesang, Tänzen und toller Atmosphäre gab! Zum Glück hatten wir noch einen Tag zum Ausruhen bevor es zurück nach Astana und dann weiter Richtung Westen ging.

Alles in einem war es eine tolle Reise für uns alle, mit unvergesslichen Eindrücken und Erlebnissen.

Johannes Kwella (Long Cycle)

Olivia Rasigraf (Snatch)

David Schulte (Jerk)

David Schulte (Snatch)

WM in Kasachstan

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