Vorgeschichte 2011–2014
Hamburg war ein wichtiger Ausgangspunkt für den organisierten Kettlebell Sport in Deutschland. Am 27. August 2011 fand dort die erste Deutsche Meisterschaft statt; bis 2014 folgten weitere Austragungen. Ein Höhepunkt war die IUKL-Weltmeisterschaft vom 20. bis 24. November 2014 in der Sporthalle Wandsbek. Mehr als 500 Athletinnen und Athleten aus 35 Nationen nahmen teil, darunter zehn aus Deutschland. Der Athletenclub Hamburg und der Hamburger Gewichtheber-Verband prägten diese frühe Aufbauphase maßgeblich.
2015 – Gründung und internationaler Anschluss
Am 18. Januar 2015 wurde der Bundesverband Deutscher Kettlebell Sportler (BVDKS) in Hamburg gegründet. Die Initiative für einen bundesweit ausgerichteten und dauerhaft handlungsfähigen Verband kam aus Berlin. Karsten Bollert übernahm das Amt des ersten Präsidenten, André Chahor wurde Vizepräsident; Johann Martin gehörte ebenfalls als Vizepräsident dem Gründungsvorstand an. In gemeinsamer Aufbauarbeit entstanden Satzung, Ordnungen, Zuständigkeiten, Website und Kontakte zu Vereinen sowie internationalen Organisationen. Noch im Gründungsjahr trat der BVDKS der IKMF und der IUKL bei. Die fünfte Deutsche Meisterschaft wurde erneut in Hamburg ausgetragen.
2016 – Fortführung der Meisterschaftstradition
Auch die sechste Deutsche Meisterschaft fand in Hamburg statt. Parallel arbeitete der junge Verband weiter an einheitlichen Wettkampfregeln, Kampfrichterstrukturen und verlässlichen organisatorischen Abläufen. Damit wurde die Grundlage für eine stärkere regionale Ausweitung und weitere nationale Veranstaltungen geschaffen.
2017 – Regionale Ausweitung und Kettlebell4Kids
Mit der Deutschen Meisterschaft in Stolberg wurde die nationale Meisterschaft erstmals außerhalb Hamburgs ausgetragen. Hinzu kam die NRW-Meisterschaft in Münster. Vadim Sichwardt übernahm das Amt des Vizepräsidenten Sport. Zum zweiten Geburtstag des BVDKS wurde am 18. Januar erstmals Kettlebell4Kids veranstaltet. Die jährlich fortgeführte Benefizaktion verbindet seitdem sportliche Leistung mit sozialem Engagement für Kinder.
2018 – Neue Wettkämpfe und WKSF-Beitritt
Der nationale Wettkampfkalender wuchs deutlich: Neben der Deutschen Meisterschaft in Stolberg fanden die NRW-Meisterschaft in Münster, der Rhein-Main Cup in Mainz und die Gmünder Stadtmeisterschaft statt. Am 9. März trat der BVDKS der WKSF bei und erweiterte damit seine internationale Anbindung. André Chahor gewann bei der WKSF-Europameisterschaft in Maia/Porto den Titel im Elite-Biathlon bis 87 Kilogramm.
2019 – Berlin, Führungswechsel und internationale Erfolge
Die Deutsche Meisterschaft wurde erstmals in Berlin ausgetragen. Bei der IUKL-Europameisterschaft in Stolberg gingen knapp 30 Teilnehmende aus Deutschland an den Start. André Chahor wurde in Gormanston als erster deutscher Athlet WKSF-Weltmeister der Eliteklasse bis 87 Kilogramm, stellte im Biathlon einen Weltrekord auf und erreichte den Rang „Master of Sport International Class“. Alexander Jäck gewann bei der IUKL-Weltmeisterschaft in Novi Sad Silber im Long Cycle der Profiklasse. Am 25. August übernahm Vadim Sichwardt die Präsidentschaft; Olivia Rasigraf wurde Vizepräsidentin Sport, André Chahor blieb Vizepräsident Finanzen.
2020 – Kettlebell Sport während Corona
Die Corona-Pandemie schränkte den regulären Wettkampfbetrieb stark ein. Dennoch blieb die Gemeinschaft aktiv: Neben dem dokumentierten Rhein-Main Cup wurden digitale Formate wie die Online Military Snatch Challenge genutzt. Auch Kettlebell4Kids wurde fortgeführt. Die Aktion am 18. Januar brachte 1.510,80 Euro für Dunkelziffer e. V. ein.
2021 – Neustart und zwei Weltmeistertitel
Mit der Deutschen Meisterschaft in Ludwigshafen und der NRW-Meisterschaft in Stolberg kehrten nationale Präsenzwettkämpfe zurück. International feierte das deutsche Team zwei besondere Erfolge: André Chahor gewann den WKSF-Weltmeistertitel im Elite-Biathlon bis 87 Kilogramm, Silvia Hoch wurde WKSF-Weltmeisterin der Eliteklasse bis 75 Kilogramm.
2022 – Rückkehr zum regulären Wettkampfbetrieb
Die Deutsche Meisterschaft fand in Stolberg statt, die Südwestdeutsche Meisterschaft in Hoppstädten-Weiersbach. André Chahor gewann bei der WKSF-Weltmeisterschaft erneut Gold, diesmal im Elite-Biathlon bis 95 Kilogramm. Mykola Mosiichuk holte bei der IUKL-Europameisterschaft in Tallinn zwei Europameistertitel – im Biathlon und im Long Cycle.
2023 – Die ersten Berlin Open
Mit der Deutschen Meisterschaft in Ober-Olm, der NRW-Meisterschaft in Stolberg, der Südwestdeutschen Meisterschaft in Hoppstädten-Weiersbach und den erstmals ausgetragenen Berlin Open bot der BVDKS vier nationale Veranstaltungen. Mykola Mosiichuk gewann bei der WKSF-Weltmeisterschaft Bronze im Elite-Biathlon und bei der IUKL-Weltmeisterschaft zwei Silbermedaillen.
2024 – Fünf nationale Veranstaltungen
Der Wettkampfkalender umfasste die Deutsche Meisterschaft in Hoppstädten-Weiersbach, die NRW-Meisterschaft in Stolberg, die Berlin Open, den Rhein-Main Cup in Ober-Olm und die Nikolaus Challenge in Ludwigshafen-Ruchheim. Bei der WKSF-Weltmeisterschaft in Rzeszów gewann André Chahor seinen vierten Weltmeistertitel. Mykola Mosiichuk und Silvia Hoch erreichten jeweils Silber und unterstrichen damit erneut die internationale Leistungsstärke des deutschen Teams.
2025 – Kontinuität und internationale Erfolge
Die Deutsche Meisterschaft in Ludwigshafen-Ruchheim, die NRW-Meisterschaft in Stolberg, die Berlin Open und der Rhein-Main Cup in Ober-Olm sorgten für einen stabilen nationalen Wettkampfbetrieb. Beim Rhein-Main Cup gingen 39 Teilnehmende an den Start. International gewann Mykola Mosiichuk bei der IUKL-Europameisterschaft in Sofia Gold im Biathlon und Bronze im Snatch; weitere Podestplätze bei internationalen Meisterschaften folgten.
2026 – Neue Stärke und Ausblick
Am 7. März wurde die Deutsche Meisterschaft in Berlin mit rund 80 Teilnehmenden und mehreren neuen Bestleistungen ausgetragen. Am 27. Juni folgte die NRW-Meisterschaft in Stolberg, wo zugleich zehn Jahre Kettlebell-Sport vor Ort gefeiert wurden. Am 12. September kamen über 50 Teilnehmende zum Rhein-Main-Cup nach Ober-Olm. Für den 28. November ist die erste Offene Bremen Meisterschaft angekündigt. Rund 15 deutsche Athletinnen und Athleten bereiten sich außerdem auf die IUKL-Weltmeisterschaft vom 14. bis 18. November in Riga vor.